Landschaftsverband Suedniedersachsen

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Grundsatzdokumente zur Förderpolitik ab 2013

Alle Grundsatzdokumente (durchlaufend nummeriert, PDF)
Erläuterung der Förderpolitik ab 2013 (PDF)

 

1. Förderkonzept

2. Ziele

3. Mittelfristige Förderstrategie bis 2020

4. Förderkriterien

5. Antrags-Regeln

6. Förder-Regeln

 


1. Förderkonzept

1.1. Der Landschaftsverband Südniedersachsen sieht für das regionale Kulturleben und damit auch für seine Aufgabe, diese Kultur zu fördern, drei Herausforderungen:

1.2. Um sich diesen Entwicklungen anzupassen und deren Folgen für das Kulturleben zu mildern, müssen die Kulturanbieter ihre gesellschaftliche Einbindung erweitern und so weit wie möglich die Abhängigkeit von öffentlichen Fördermitteln verringern. Grundsätzlich lässt sich diese Absicht mit unterschiedlichen Ansätzen verfolgen. Die Kulturförderung des Landschaftsverbandes orientiert sich dabei an den folgenden Grundsätzen oder Oberzielen:

1.3. Die kulturelle Attraktivität und Wahrnehmbarkeit Südniedersachsens soll nach innen und außen hin gesteigert werden.

1.4. Die Beteiligung von Bevölkerungsgruppen, die bisher nicht oder nur selten am Kulturleben teilnehmen, soll ausgeweitet werden.

1.5. Die Dichte und Vielfalt des Kulturlebens soll inhaltlich, räumlich sowie zeitlich erhalten und weiterentwickelt werden.

1.6. Der Grundsatz, die kulturelle Attraktivität zu steigern, wird an erste Stelle gesetzt und der Grundsatz, die Beteiligung von unterrepräsentierten Bevölkerungsgruppen auszuweiten, an die zweite. Sofern sich bei eigenen Maßnahmen und der Förderung von Kulturprojekten diese Grundsätze und die daraus abgeleiteten Ziele nicht gleichzeitig verfolgen lassen, gilt diese Rangfolge.

1.7. Der Landschaftsverband fördert vor allem das Kulturangebot, also jene Einrichtungen und Akteure, die kulturelle Inhalte an die hier lebenden Menschen vermitteln. Die künstlerische Produktion – im Sinne der originären Schöpfung von Kunstwerken – wird nur in Ausnahmefällen gefördert. Die Nachfrage nach Kulturinhalten und -angeboten soll in der Regel durch Verstärkung entsprechender Maßnahmen der Anbieter stimuliert werden. Der Landschaftsverband selbst bietet keine Kulturveranstaltungen an und vergibt keine Aufträge an Künstler.

 

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2. Ziele

Die folgenden Ziele sind abgeleitet aus den Oberzielen...

„Attraktivität steigern“:

2.1. Die Kulturnachfrage innerhalb der Region soll gesteigert werden.

2.2. Die Außen- und Innenwahrnehmung Südniedersachsens als Kulturregion soll verstärkt werden.

2.3. Die Zahl der auswärtigen Kulturbesucher und Kurzurlauber soll sich erhöhen.

„Teilhabe ausweiten“:

2.4. Der Anteil der Menschen mit

sowie von

unter den Kulturnutzern soll erhöht werden.

„Vielfalt fördern“:

2.5. Das Kulturangebot soll

sein.
 

2.6. Die Kulturnachfrage soll

 

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3. Mittelfristige Förderstrategie bis 2020

3.1. Indikatoren 

3.1.1. Die Studie „Kulturforschung Südniedersachsen“ lieferte für die Jahre 2009 und 2010 umfassende Daten zur Struktur des Kulturangebots und der -nachfrage. Eine konzentriertere, aber vergleichbare Erhebung sollte 2020 wiederholt werden, um einschätzen zu können, ob eine Entwicklung in der vom Landschaftsverband gewünschten Richtung stattgefunden hat.

Dabei muss unklar bleiben, mit welcher Effektivität der Landschaftsverband Entwicklungen des gesamten regionalen Kulturlebens beeinflussen kann. Sollten die angestrebten Veränderungen eintreten, lässt sich jedoch annehmen, dass die Arbeit des Landschaftsverbandes diese Trends zumindest unterstützt hat.

Um den Erhebungsaufwand in vertretbaren Grenzen zu halten, wird diese Einschätzung auf einigen wenigen Indikatoren beruhen müssen, die die gewünschten Entwicklungen anzuzeigen versprechen. Bei den ausgewählten Indikatoren werden die folgenden Veränderungen angestrebt:

3.1.2. Der Anteil der Besucher aus Nachbarlandkreisen in Südniedersachsen soll bei wenigstens 40 % in der Stadt Göttingen bzw. 50 % im restlichen Südniedersachsen liegen (2009: 38 % bzw. 42-57 %).

3.1.3. Der Anteil der Besucher von außerhalb Südniedersachsens soll von 38 % (2009) auf über 40 % ansteigen.

3.1.4. Der Anteil jener Nutzer, die ihren Kulturbesuch mit einer Hotelübernachtung verbinden, soll bei über 10 % liegen (2009: 6 %); der Anteil jener, die ihn mit einer Stadtbesichtigung verbinden, bei über 15 % (2009: 13 %).

3.1.5. Der Anteil der „sehr stark“ oder „stark“ an Kultur Interessierten in der Bevölkerung soll bei wenigstens 45 % liegen (2010: 40 %).

3.1.6. Der Anteil jener, die mindestens sechs mal in den vergangenen zwölf Monaten ein Kulturangebot wahrgenommen haben, soll bei 20 % liegen (2010: 15,6 %).

3.1.7. Der Anteil jener in der Bevölkerung, die Kulturangebote für Familien vermissen, soll unter 25 % liegen (2010: 33 %).

3.1.8. Im Kulturpublikum soll der Anteil von Menschen mit niedrigem und mittleren Bildungsabschluss bei 40 % liegen (2009: 30 %).

3.1.9. ...von Menschen mit Migrationshintergrund bei über 10 % (2009: 5 %).

3.1.10. ...von unter 50-jährigen höher als 50 % (2009: 53 %).

3.2. Monitoring 

3.2.1. Die geförderten Einrichtungen sollen dazu ermuntert werden, selbst regelmäßige Erhebungen zur Zusammensetzung ihres Publikums vorzunehmen. Sofern verfügbar, fragt der Landschaftsverband im Rahmen laufender Förderverfahren solche Daten ab. Wünschenswert sind Angaben zu

Dieses Monitoring soll für jene Einrichtungen, die zugleich einen Fördervertrag mit der Stadt Göttingen abgeschlossen haben, eng mit jener abgestimmt werden.

3.2.2. Um Kultureinrichtungen bei Besucherbefragungen zu unterstützen, wird der Aufbau eines Interviewer-Teams geprüft, das vom Landschaftsverband geschult und den Einrichtungen zur Verfügung gestellt wird.

3.3. Initiativen und eigene Projekte

3.3.1. Die Kooperation von Walkenrieder Kreuzgangkonzerten, Händel-Festspielen und Gandersheimer Domfestspielen soll vertieft, weitere geeignete Kulturanbieter (z. B. Gandersheimer Dommusiken, Straßentheaterfestival Holzminden u. a. m.) sollen einbezogen und neue außerregionale Besucher gewonnen werden.

3.3.2. Die Anteilnahme bisher unterrepräsentierter Bevölkerungsgruppen am Kulturleben wird sich mit den gängigen Formen des Kulturangebots und der Kulturförderung nicht ausweiten lassen. Die Erfahrungen aus anderen Ländern und Projekten, die auch durch die Ergebnisse der „Kulturforschungs“-Studie gestützt werden, deuten darauf hin, dass hierzu

Daher soll die Gewinnung und Begleitung von engagierten Bürgern unterstützt werden, die als „kulturelle Multiplikatoren“ in und für diese Bevölkerungsgruppen agieren können. 

Ebenso sollen an Projekte, die vor allem der Ausweitung der Teilhabe am Kulturleben dienen, andere Qualitätsmaßstäbe als an herkömmliche Kulturprojekte angelegt werden. Anzustreben ist in diesem Bereich eine enge Zusammenarbeit mit Bildungs- und Sozialeinrichtungen.

3.3.3. Der „Kulturbonus Südniedersachsen“ wird weitergeführt, weil er die Wahrnehmung des attraktiven Angebots verbessert, durch Rabatte Preisschwellen absenkt und die bestehende Vielfalt veranschaulicht. Das Projekt setzt also gleichermaßen die drei zentralen Förder-Grundsätze um.

3.3.4. Die Ausgabe 2013 oder 2014 der Broschüre „Musik in Kirchen“ wird mittels einer Nutzerbefragung und Umfrage bei den Kantoreien evaluiert. Anschließend wird über deren Fortsetzung entschieden.

3.3.5. In der Schriftenreihe des Landschaftsverbandes und der Reihe „Bilder und Texte aus Südniedersachsen“ werden nur bei Vorlage interessanter Publikationsideen neue Bände veröffentlicht, die Fortsetzung wird nicht aktiv betrieben. Dabei soll berücksichtigt werden, dass der Landschaftsverband keine Druckkostenzuschüsse mehr vergibt.

3.3.6. Wegen der besonderen Verhältnisse im Bereich Heimatpflege und Geschichtsforschung wird die projektbezogene Zuschussförderung hier seltener nachgefragt. In Zusammenarbeit mit der AG für Südniedersächsische Heimatforschung und dem NHB soll hier vor allem die Qualifizierung von Ehrenamtlichen initiiert und gefördert werden.

3.4 Zuschussförderung

3.4.1. Die stark überarbeiteten Förderkriterien übersetzen die allgemeinen Ziele der Förderpolitik in Prüfpunkte für die einzelnen Förderentscheidungen. Diese werden auch soweit wie möglich auf Strukturförderungen und Produktionsförderungen angewandt. Die Förderung von Produktionen freier Theatergruppen bleibt der einzige Bereich, in dem regelmäßig die künstlerische Produktion bezuschusst wird; der Vorstand berücksichtigt hierbei die Empfehlungen der fünfköpfigen Theater-Jury des Landschaftsverbandes. Durch die verstärkte Berücksichtigung von Teilhabe-Aspekten ist nicht mehr die Ausweisung eines Förderschwerpunkts „Kulturelle Jugendbildung“ nötig. Über Projektvorschläge der Arbeitsgruppe Museen wird in jedem Einzelfall vom Vorstand entschieden, ein fixiertes Budget wird nicht mehr vorgegeben. Registrierte Museen werden bei der Förderung bevorzugt, weil hier auf eine qualifizierte Überprüfung und umfassend positive Bewertung von deren Arbeit aufgebaut werden kann.

3.4.2. Die Strukturförderungen sollen sich auf jene Einrichtungen konzentrieren – und für diese u. U. auch erhöht werden –,

Mit den auf diese Weise Geförderten sollen quantifizierbare Ziele für das Ende des Förderzeitraums und zwei repräsentative Besucherbefragungen mit vorgegebenen Standards vereinbart werden. Einrichtungen mit einer laufenden Strukturförderung können grundsätzlich auch Projektzuschüsse erhalten, werden hierbei aber nachrangig gefördert. Durch Strukturförderungen dürfen in keinem Jahr mehr als 50 % des Förder-Etats des Landschaftsverbandes gebunden sein.

3.4.3. Wenn sich die Anreizförderung beim Verein Kultur in der Region e. V. bewähren sollte, wird dieses Förderinstrument weiteren daran interessierten Kulturvereinen angeboten. Dabei wird die Ausweisung eines festen jährlichen Förderbetrags geprüft, auf den die Interessierten nach dem „Windhund-Prinzip“ oder einem anderen Schlüssel zugreifen können.

3.4.4. Druckkostenzuschüsse werden nicht mehr vergeben. Stattdessen kann Interessenten die Publizierung in einer der beiden Schriftenreihen des Landschaftsverbandes, der Kauf einer größeren Stückzahl des Buches (mit anschließender Weitergabe an Bibliotheken und Schulen) oder Unterstützung bei der Online-Publizierung angeboten werden.

 

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4. Förderkriterien

5. Antrags-Regeln

6. Förder-Regeln