Landschaftsverband Suedniedersachsen

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Dokumentation der Tagung
„Kultur + Tourismus = Kulturtourismus?“

am Freitag 18. Januar 2013 im Kulturzentrum Weserrenaissance Schloss Bevern

Die Tagung wurde in Kooperation mit dem Kulturressort des Landkreises Holzminden durchgeführt.

 

Eröffnung mit Grußwort von Landrätin Schürzeberg. Foto: Katja DrewsAbschließende Podiumsdiskussion. Von rechts nach links: Dr. Dieter Alfter (Moderation, Museum Schloss Pyrmont), Hans-Helmut Schild (projekt2508), Stephan Berg (Tourismus & Kultur Stadt Höxter), Yvonne Pröbstle (PH Ludwigsburg), Katrin Rodrian (Kulturagentur der Ostfriesischen Landschaft), Olaf Martin (Landschaftsverband Südniedersachsen). Foto: Katja Drews

Blick in das Tagungspublikum. Foto: Peter DrewsKnüpfen des „Kooperations-Netzwerks“ am Schluss des Vortrags von Katrin Rodrian. Foto: Peter Drews

Für weitere Informationen positionieren Sie den Mauszeiger für einige Sekunden über dem Bild

Referent/inn/en, Themen, PDF-Dokumente
Weitere Infos im WWW
Programm der Tagung [PDF 140 KB]  
Yvonne Pröbstle (PH Ludwigsburg):
Kulturtourismus – Angebot und Nachfrage im empirischen Befund
[Präsentationsfolien PDF 2,0 MB]

Institut für Kulturmanagement an der PH Ludwigsburg

Forschungsprojekt Yvonne Pröbstle

Hans-Helmut Schild (projekt2508 GmbH, Bonn):
Kooperationen und Kollisionen zwischen Kultur und Tourismus
[Präsentationsfolien PDF 2,9 MB]

www.projekt2508.de

Stephan Berg (Leiter Tourismus und Kultur Stadt Höxter):
Tourismus im Weserbergland – ein Überblick für Kulturvertreter
[Präsentationsfolien PDF 4,0 MB]

www.hoexter-tourismus.de

Olaf Martin (Landschaftsverband Südniedersachsen, Northeim):
Kultur im Weserbergland – ein Überblick für Touristiker
[Präsentationsfolien PDF 1,4 MB]

www.landschaftsverband.org

Projekt „Kulturforschung Südniedersachsen“

Katrin Rodrian (Kulturagentur der Ostfriesischen Landschaft, Aurich):
Wenn Kultur und Tourismus sich verbinden
[Vortragstext mit Illustrationen PDF 1,8 MB]

www.ostfriesischelandschaft.de

Kulturnetzwerk Ostfriesland

„Land der Entdeckungen 2013“

Peter Drews (freier Journalist, Holzminden):
Bericht zur Tagung im Täglichen Anzeiger Holzminden vom 22.01.2013
[Nur Text HTML]
[als Presseausschnitt PDF 1,9 MB
]

Täglicher Anzeiger Holzminden

 

 


 

 

(aus: Täglicher Anzeiger Holzminden vom 22. Januar 2013, Seite 15. Autor: Peter Drews)

Kultur + Tourismus = Kulturtourismus?

Landschaftsverband Südniedersachsen bringt in Bevern Kultur und Tourismus an einen Tisch

Bevern (pd). Dass kulturelle Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen touristisches Potenzial haben, steht außer Frage.Wenn es allerdings um eine funktionierende Kommunikation zwischen Kulturmanagern und Touristikern geht, dann fehlt es oft an einer gemeinsamen Sprache, geschweige denn an gemeinsamen brauchbaren Zielen. Das zu ändern, dafür hatte der Landschaftsverband Südniedersachsen nun zu einer informierenden und verständigenden Vortrags- und Diskussionstagung ins Kulturzentrum des Weserrenaissanceschlosses Bevern eingeladen. Eine mit rund 80 kompetenten und erfahrenen Fachleuten aus ganz Deutschland besetzte Veranstaltung, die dem Weserbergland als kulturtouristischer Region alle Chancen einräumt.

Tourismus sei ein ganz wesentlicher Standortfaktor, bekräftigte Landrätin Angela Schürzeberg in ihrer Begrüßungsrede vor dem aus ganz Südniedersachsen und Ostwestfalen erschienenen Fachpublikum. Dass in dem Zusammenhang Kultur ebenfalls als ein „harter Standortfaktor“ gelten könne, wie Referentin Katrin Rodrian von der Kulturagentur Ostfriesische Landschaft das in ihrem Vortrag ausdrückte, unterstrichen nicht nur die beipflichtenden Äußerungen aller anderer Referenten, sondern auch nackte Zahlen. 32 Prozent aller Besucher von kulturellen Einrichtungen oder Veranstaltungen im Landkreis kommen nicht von hier oder auch nur einem der angrenzenden Kreise. Das belegt eine repräsentative Studie, die der Landschaftsverband Südniedersachsen im vorletzten Jahr in Auftrag gegeben und ausgewertet hat. Ein offenkundig überproportional hoher Wert von weiter entfernt wohnenden Interessenten, der mit einer starken und verbindlichen Vernetzung von Touristikern und Kulturschaffenden ausbau- und vermarktungsfähig erscheint. Wenn beide Lager es schaffen, Vorurteile abzubauen und konstruktiv miteinander Hand in Hand arbeiten.

Nachdem eingangs Yvonne Pröbstle von der PH Ludwigsburg empirische Daten dazu präsentierte, wie Kulturtouristen reisen, was sie motiviert und welche Erwartungen sie haben, räumte Hans-Helmut Schild, Geschäftsführer der renommierten Beratungsfirma projekt2508 im Anschluss mit den gängigen gegenseitigen Vorurteilen von Kulturmanagern und Touristikern auf. Zu abgehoben und kaum vermarktungsfähig schätzten Letztere häufig das ein, was die Kultur so anbiete, um dann in sich selbst erfüllender Prophezeiung auf niederschwelligstem Niveau Angebote zu präsentieren. „Man gibt sich die Kante in historischer Umgebung“ beschrieb Schild derlei Aktivitäten mit Hinweis auf Busfahrten, bei denen volle Bierkästen im Gepäckraum ein fester und wesentlicher Bestandteil des Programms seien. Kulturschaffende wiederum hätten bei ihrem Angebot häufig mehr die Kollegen im Blick und überforderten die Touristiker, statt sie zu unterstützen. Dabei gebe es gar keine Hinderungsgründe, wenn Kulturangebote und Landschaft stimmten. „Sie haben Chancen im ländlichen Raum, Sie müssen Sie nur nutzen“, betonte der Vermarktungsprofi.

Der Leiter des Bereichs Tourismus und Kultur Höxter, Stephan Berg, gab wiederum nach der Mittagspause einen konkreteren Überblick über Zahlen, Probleme und Erwartungen, die Tourismus-Fachleute im Weserbergland bewegten, während der Geschäftsführer des Landschaftsverbandes Südniedersachsen, Olaf Martin, die seit 2011 vorliegenden Umfrageergebnisse zu Kultureinrichtungen und deren Besuchern präsentierte. Katrin Rodrian schließlich stellte das erfolgreiche Modell von gelungener Kulturtourismus-Vernetzung in der Fläche, nämlich in Ostfriesland, vor, um am Ende ihres Vortrages von allen Teilnehmern ein solches Netz symbolisch knoten zu lassen.

Als homogene Region identifizieren

Hauptsächlich um eben jene erfolgreiche Vernetzung ging es dann auch in der breit geführten Debatte bei der abschließenden Podiumsdiskussion. Man brauche vier bis fünf Themenschwerpunkte, müsse die touristische Infrastruktur stärken, das Weserbergland selbst leben und sich damit als homogener Region identifizieren. Klaus-Volker Kempa, ehemaliger Oberkreisdirektor und Mitbegründer des Weserbergland-Tourismus, brachte das mit seiner Definition auf den Punkt, dass das Weserbergland die gesamte 205 Kilometer lange hügelreiche Region zwischen Hann. Münden und Porta Westfalica sei, die bei Dölme ihren geografischen Mittelpunkt und mit Hameln ihre heimliche Hauptstadt habe.

Kempa stellte aber am Ende der Veranstaltung auch die Frage, warum keine Vertreter der Solling-Vogler-Region und des Weserbergland-Tourismus bei der Veranstaltung anwesend gewesen seien. Auf Nachfrage des TAH meinte Olaf Martin im Nachgang dazu, dass man den Geschäftsführer der Solling-Vogler-Region, Theo Wegener, nicht nur eingeladen, sondern sogar als Referenten habe gewinnen wollen, allerdings von ihm auch nach zweimaliger Nachfrage keinerlei Rückmeldung erhalten habe. Dessen Frau Petra Wegener, die Geschäftsführerin des Weserbergland-Tourismus in Hameln ist, habe wiederum erklärt, dass das Thema bereits ausreichend in ihrem „Zukunftskonzept Weserbergland“ von ihrer Stelle berücksichtigt sei.