DorfMuseumSchule

Modelle für Kooperationsprojekte zwischen Schulen und ehrenamtlich geführten Museen im ländlichen Raum

Das Projekt DorfMuseumSchule möchte Modelle für die langfristige Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen Museen und Schulen entwickeln und umsetzen. Durch die Förderung von Kooperationen zwischen Heimatmuseen und Schulen im ländlichen Raum soll das Projekt zum Erhalt und Ausbau der ehrenamtlich getragenen kulturellen Infrastruktur beitragen und damit insbesondere Kindern und Jugendlichen den Zugang zu kultureller Bildung erleichtern.

Die Ergebnisse des Projekts werden unten präsentiert. Außerdem ist ein Leitfaden entstanden, mit dem auch an anderen Standorten Kooperationsprojekte zwischen Schulen und kleinen Museen unterstützt werden sollen.

Hier geht es zum Leitfaden!

 

Modell Primarstufe: Dorfmuseum Meierhof und Grundschule an der Sieber in Hattorf

Für die Zielgruppe Grundschul- und Kindergartenkinder wird das Dorfmuseum Meierhof in Hattorf am Harz mit seiner klassischen Sammlung von land- und hauswirtschaftlichem Gerät zu einem modernen aktiven Vermittlungsort entwickelt. Das Museum wird so zum selbstverständlichen Lernort für Kinder und zum dauerhaften Kooperationspartner für die beteiligten Einrichtungen. Am Ende des Prozesses steht die Entwicklung eines Leitfadens für vergleichbare Museen, der auch eine Empfehlung zur gemeinsamen Umsetzung der Lernziele des niedersächsischen Kerncurriculums in einem dörflichen Museum enthält.




Getreidetag 2020

Gemeinsam mit der Grundschule an der Sieber und dem geplanten Dorfmuseum Meierhof haben wir Konzepte für Unterrichtseinheiten im Museum entwickelt. Die Einheiten sind Teil des schulinternen Curriculums. Beispielhaft stellen wir hier den "Getreidetag" vor, wie er im Jahr 2020 stattgefunden hat. Der Getreidetag ist für dritte Klassen und einen ganzen Vormittag konzipiert.

 

Begrüßung

Im Vordergrund steht eine Maus in grünem Kleid als Handpuppe, daneben ein roter Korb. Im Hintergrund sieht man den Garten und die Remise auf dem Meierhof.

Die Kinder werden von der Museumsleiterin und dem Maskottchen des Museums, der Maus Sofie Meier begrüßt und nach einer Einführung in vier Gruppen zu jeweils vier bis fünf Kindern aufgeteilt, die sich auf vier Stationen aufteile.

Pro Station sind etwa 45 Minuten vorgesehen, dazwischen liegen Pausen von 10-15 Minuten, in denen die Kinder im Garten des Museums frühstücken, spielen und toben können. Die Zeiten an den Stationen werden außerdem flexibel gehandhabt und auf die jeweilige Motivation der Gruppe eingegangen.

Station 1: Unsere Getreidearten

Auf zwei Biertischen in einem Garten liegen unterschiedliche Arten von Gräsern bereit und Pflanzen bereit. Außerdem sieht man Schälchen mit Getreidekörner, ein Körnerzählbrett und diverse Papiere bereitliegen.

An dieser Station lernen die Kinder, Gräser und Getreide zu erkennen und von anderen Pflanzen zu unterscheiden. Sie erfahren, wie es angebaut wird und wie sich die Pflanze entwickelt.

 

 

Station 2: Was steckt im Korn?

Auf zwei Biertischen im Freiehn liegen unterschiedliche Brotarten in vakuumverschweißten Folien, ein Ablaufplan und das Bild eines geschmierten Butterbrots.

Anhand von verschiedenen Beispielen erfahren die Kinder, in welchen Produkten Getreide steckt und welche Bedeutung Getreide in der Ernährung spielt. Dazu gehört auch eine Einheit zu Glutenunverträglichkeit sowie zur unterschiedlichen Mehltypen.

Station 3: Bauer, Müller, Bäcker

Ein großes Tischtuch ist auf einer Wiese ausgebreitet, darauf zwei Handmühlen: Ein Reibestein und eine Drehmühle. Zwei Kinder mahlen darauf Korn.

Hier geht es darum, welche Berufe es rund im das Getreide gab und gibt. Die Kinder erfahren, wie viele Getreidekörner aus einem einem Quadratmeter Acker wachsen, wie viel Mehl man daraus herstellen und wie viele Brötchen man damit backen kann. Neben anderen Werkzeugen der Getreideverarbeitung sind die Handmühlen aus Stein das Highlight dieser Station.

Station 4: Getreidekunst

Auf einem Biertisch im Freien stehen einige Glasschalen mit unterschiedlichen Körnern bereit, dazwischen liegen Klebestifte. Außerdem liegt ein Ablaufplan und eine Mappe mit Vorlagen bereit.

An dieser Station liegen Papier, Buntstifte, Klebstoff und verschiedene Körner bereit, mit denen die Kinder kleine Getreidekunstwerke herstellen können.




Modell Sekundarstufe: KERAMIK-UM Fredelsloh und KGS Moringen

Im Rahmen einer Kooperation zwischen der Kooperativen Gesamtschule Moringen (KGS) und dem KERAMIK.UM in Fredelsloh wird eine spielbasierte Museumsführung auf dem Smartphone entstehen, deren Herzstück der Kurzfilm "Die Spur führt nach Fredelsloh" ist. Das Drehbuch dazu haben Schülerinnen und Schüler im Rahmen eines Wahlpflichtkurses an der KGS entwickelt. Auch beim Dreh waren sie dabei. Entlang dieser Geschichte entwickeln wir gerade Smartphonegame, das die Besucherinnen und Besucher interaktiv durch das Museum führt. Das Grundgerüst des Spiels soll zudem mit einer Open-Source Lizenz veröffentlicht und einfach anpassbar sein, sodass auch andere kleine Museen mit verhältnismäßig wenig Kosten und Aufwand ähnliche Projekte starten können.




Die Spur führt nach Fredelsloh

2019 und – soweit möglich – 2020 fand an der Kooperativen Gesamtschule Moringen (KGS) der Wahlpflichtkurs „Mit dem Smartphone durchs Museum″ für die Jahrgangsstufen 9/10 statt. Die Schülerinnen und Schüler entwickelten zunächst zusammen mit einem Medienpädagogen das Drehbuch für einen narrativen Kurzfilm. Im Unterricht, aber auch in Exkursionen ins Keramik.um erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler ein Konzept und recherchierten die wichtigen Fakten zur Keramikherstellung, die im Film dargestellt werden.

Auf einem Flyer steht in großen bunten Buchstaben "Casting". Auf der sichtbaren Rückseite des Flyer erkennt man ausführlichere Informationen.

Wir haben ein schulweites Casting veranstaltet, um die jugendlichen Darstellenden zu finden. Die Rollen der Erwachsenen übernahmen Laiendarsteller aus lokalen Theatergruppen.

Die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses übernahmen während der Dreharbeiten vielfältige Aufgaben hinter der Kamera und assistierten bei Ton, Licht, Kostüm, Maske und einigem mehr.

 

 

Der Film wurde an 6 Drehtagen im Herbst 2019 gedreht, pandemiebedingt zog sich Postproduktion jedoch bis in den Sommer 2020 hin. Doch hier ist er nun – viel Spaß mit "Die Spur führt nach Fredelsloh":

 

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Alle Rechte liegen beim Landschaftsverband Südniedersachsen.




Keramik.um – Das Game

 

 

Seit diesem Herbst kann man im Keramik.um in Fredelsloh das Museum mit dem Smartphone oder Tablet erkunden. Im Rahmen von DorfMuseumSchule entstand ein Game, mit dem man auf spielerische Weise das Keramikum erkunden und sich selbst an der Keramikherstellung versuchen kann. Die App führt Kinder und Jugendliche in Form eines spannenden Abenteuers durch das KERAMIK.UM Fredelsloh, dem Museum zur tausendjährigen Töpfereigeschichte des Ortes. Dabei gilt es, in den Räumen des Museums knifflige Rätsel zu lösen und die Ausstellung spielerisch zu erkunden. Eine Reihe von Minigames macht den historischen Töpfereiprozess erfahrbar. Angefangen beim Abbau des speziellen Fredelsloher Tons über das Formen von Gefäßen auf einer mittelalterlichen Drehscheibe bis hin zum Glasieren und Brennen wird jeder wichtige Schritt simuliert. Durch den Einsatz von Augmented Reality verschmilzt die virtuelle Welt mit dem realen Museum.

Das Handlung des Spiels knüpft an den bereits zuvor im Rahmen von DorfMuseumSchule entstandenen Film „Die Spur führt nach Fredelsloh″ an. Der Sammler Walter Hagedorn, der im Film auf der Suche nach einer besonderen Fredelsloher Teekanne ist und diese schließlich findet, kehrt im Spiel begeistert mit seinem Schatz nach Hause zuück. Doch seine Enkelin Mary findet die Kanne total öde. Um sich wieder mit ihm zu versöhnen beschließt sie, für sich selbst herauszufinden, was an Fredelsloher Keramik denn nun so toll ist. Mit Hilfe von Ausstellungsstücken und Aktivstationen erkunden Mary und mit ihr die Spielerinnen und Spieler das KERAMIK-UM.

 

 

Keramik – Die spielerische Wissenssammlung

Hier ein Bild/GIF

Im Wissensportal des KERAMIK.UMS können alle digitalen Ergebnisse aus Schulaktionen und Ferienaktionen angesehen werden, insbesondere die kleinen Games zum Thema Keramik, die in der Ferienpassaktion "Game Design Workshop" 2019 entstanden. Das Portal soll in Zukunft immer weiter wachsen.